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In der Ruhe liegt der Erfolg!

30 März 2009 One Comment

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Lärm gilt nach wie vor als einer der wesentlichen Störfaktoren. Er beeinträchtigt nicht nur die Konzentration, die Kommunikation und die Produktivität – dauerhafter Lärm schadet der Gesundheit. Und zwar nicht nur den Ohren. Vielmehr reagiert das gesamte vegetative Nervensystem gestresst. Die Folgen reichen von Kopfschmerzen, über eine Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck bis hin zu einer Zunahme der Muskelspannung.

Wenn es um die Frage geht, wann Geräusche als Lärm wahrgenommen werden, spielen unterschiedlichste Faktoren zusammen:

* Welcher Art ist die Lärmquelle?
* Wie hoch ist der Schallpegel?
* Wie häufig tritt der Lärm auf?
* Aus welchen Frequenzen setzt er sich zusammen?

Was den einen Menschen stört, empfindet der andere noch als „normal“ oder akzeptabel. Gleichwohl gelten für alle Menschen die folgenden Grundannahmen:

* Hohe Töne stören mehr als tiefe
* Kontinuierlich auftretende Geräusche stören meist weniger als unregelmäßiger Lärm
* Der gleiche Lärmpegel wird in geschlossenen Räumen belastender empfunden als wenn er im Freien auftritt

Zentral bei der Beurteilung von Lärm ist außerdem die gerade ausgeübte Tätigkeit: Geistige Arbeit oder Aufgaben, die hohe Anforderungen an die Konzentration stellen, erfordern eine ruhige Arbeitsumgebung. Werden – wie etwa in Contact Centern oder Großraumbüros an der Tagesordnung – komplexe Themen auschließlich telefonisch erörtert, während parallel dazu wichtige Daten korrekt in den Rechner eingegeben werden müssen, sollte es also ruhig sein. Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft etwa empfiehlt einen Beurteilungspegel für die Bildschirm- und Büroarbeit von 55 db (A) (Berufsgenossenschaftliche Informationen BGI 650) bei vorwiegend geistigen Tätigkeiten. Gleichwohl bleibt ein weitaus niedrigerer Wert anzustreben: Laut Untersuchungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fühlen sich Mitarbeiter bei Tätigkeiten die mit hoher Konzentration und Aufmerksamkeit ausgeübt werden müssen sowie bei Gesprächen, die eine gute Verständigung erfordern, bereits bei Werten über 40 dB gestört. Zum Vergleich: Eine normale Unterhaltung bzw. Telefongespräche bewegen sich in einem Schallpegelbereich von 60 bis 65 dB. Arbeiten und telefonieren viele Menschen gleichzeitig auf begrenztem Raum, ist die laute Geräuschkulisse also vorprogrammiert. Hinzukommt die Tatsache, dass die meisten Menschen unbewusst ihre Sprechlautstärke um 10 bis 15 dB anheben, wenn neben ihnen ebenfalls Kollegen telefonieren. Wenn sie ihren Gegenüber nicht deutlich hören oder das Gefühl haben, nicht gut verstanden zu werden, entsteht häufig eine Lärmpegelspirale. Zusammen mit lärmbegünstigenden Arbeitsplatzanordnungen – etwa stern-, block- oder kreisförmig aufgestellten Tischen – oder schallreflektierenden Flächen wird der maximal zulässige Schalldruckpegel schnell überschritten.

Seit März vergangenen Jahres gelten in Deutschland neue Grenzwerte für die maximal zulässige Lautstärke am Arbeitsplatz (EU-Lärmschutzrichtlinie 2003/10/EG): Abweichend von dem von der EU empfohlenen Wert von 87 dB (A) für den Schalldruckpegel am Innenohr bei der Verwendung von Gehörschutz, liegt der deutsche Wert bei 85 dB (A) – verteilt über einen durchschnittlichen Arbeitstag von acht Stunden. Der Arbeitgeber muss Gegenmaßnahmen nachweisen, wird im Verlauf dieser Zeitspanne der untere Auslösewert vom 80 db (A) überschritten.

Erkennen, messen, reduzieren – der Weg zum ruhigen Arbeitsplatz

Diese neuen und verschärften Grenzwerte gelten an allen Büroarbeitsplätzen, also auch in Contact Centern. Sie dienen dazu, Mitarbeiter wirksam vor Lärm zu schützen. Ziel muss es sein, Lärmquellen zu erkennen, sie zu messen, die Ergebnisse auszuwerten und den Lärm anschließend zu verringern oder ganz zu beseitigen.

Quellenhinweis: Mit freundlicher Genehmigung von GN Netcom

One Comment »

  • admin said:

    Wenn jemand einen Link zur (aktuellen) EU Lärmschutzrichtlinie hat wäre ich sehr dankbar ;-)

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